Woher kommt der Mythos der deutschen Effizienz?

Wenn wir an Deutschland denken, sind die ersten Merkmale, die wir mit dem deutschen Volk assoziieren, Effizienz, Organisations- und Ordnungsgegenbestißt. Dieser bekannte Ruf beruht jedoch auf oft unbegründeten Stereotypen, die ihren Ursprung in der langen Geschichte dieses Landes haben. Lassen Sie uns gemeinsam sehen, was die wichtigsten Ereignisse sind, die diesen Mythos hervorgebracht haben, der trotz der vielen Fakten, die ihn widerlegen, noch lange in die kollektive Vorstellungskraft eintreten wird.



Der Historiker James Hawes, Autor von "Die kürzeste Geschichte Deutschlands", behauptet, dass der Mythos der deutschen Effizienz bereits im Mittelalter entstand, als das Rheinland (eine Region im Westen Deutschlands) für die Präsenz zahlreicher erfahrener Handwerker und für seine Spezialisierung auf die Herstellung von Produkten wie Uhren berühmt wurde. Der Höhepunkt wird jedoch durch die Vereinigung Deutschlands im Jahre 1871 identifiziert, als deutsche Praktiken zu Modellen wurden, denen man in ganz Europa folgen sollte. Die starren protestantischen Traditionen verwandelten sich in der Tat in die Schaffung äußerst funktionierender Institutionen wie Schul- und Militärinstitutionen.

Sparsamkeit, Pflichtbewusstsein und Präzision: Das waren die Tugenden des preußischen Staates seiner Staats- und Militärbeamten. James Hawes beschreibt in seinem Buch, wie die Ausländer, die das Deutsche Reich zum ersten Mal besuchten, in jenen Jahren in ihre Reisetagebücher schrieben: „Die Bahn fährt pünktlich, die Zöllner sind schnell, die Hotels sind sauber und das Wasser fließt aus dem Wasserhahn ". Kurzum, wenn wir heute jemanden sagen hören, dass in Deutschland die Züge immer pünktlich sind, können wir mit Sicherheit sagen, dass dies mittlerweile ein Jahrhunderte alter Gedanke ist.


Diese Merkmale, die bis In den frühen 1900er Jahren Tugenden sein konnten, durchwanderten eine Art perversen Wandel und trugen enorm zur Schaffung und Aufrechterhaltung des Nazisystems bei, das sich seit den 1930er Jahren in Deutschland entwickelt hat. "Selbstvertrauen hat sich in Arroganz verwandelt, Ordnung hat sich in unbedeutende Pedanterie verwandelt und die Ausführung von Aufgaben hat sich in bloße Unmenschlichkeit verwandelt", schreibt der Historiker Shopes.


Wie kann es nach all den Gräueltaten der Deutschen während des Zweiten Weltkriegs sein, dass sie heute noch durch ein so positives Konnotat mit diesen Stereotypen in Verbindung gebracht werden? Die Antwort ist einfach: Trotz der unglaublichen Unmenschlichkeit, die in den 1950er Jahren gezeigt wurde, hat Deutschland seine Wirtschaft bewundernswert in Schwung gebracht, indem es den Mythos der Effizienz, den wir heute kennen, wieder anheizte.


Wir sprechen aber immer von Mythos, denn trotz der industriellen, technologischen und gesundheitlichen Ziele verliert dies immer mehr an Gültigkeit: Für die Olympischen Spiele 1972 wurde in München innerhalb weniger Jahre ein ganzes U-Bahn-Netz geschaffen, das praktisch die gesamte Stadt wieder aufbaut, während der Flughafen Berlin nun mit neunJähriger Verspätung fertiggestellt wird und noch nicht bekannt ist, wann er fertig sein wird. Mit dem Aufkommen der Pandemie hängt das Gesundheitswesen auch immer noch zu sehr von Papier, Stiften und Faxgeräten ab, und die Impfungen gehen sehr langsam voran.



Andreas von Schumann, Autor einiger Studien über die Wahrnehmung Deutschlands durch die Welt, argumentiert, dass sich Stereotype ändern werden, aber sehr langsam, und nur verschwinden werden, wenn es immer weniger Ereignisse gibt, die den Mythos bezeugen, und wenn zwischen ihnen so viel Zeit vergeht.


Stereotype basieren oft auf wirklich eingetretenen Fakten, aber sie sollten nicht immer wahrheitsgemäß genommen werden. Das Absolut Beste wäre, keine Vorurteile zu haben und sich ein persönliches Bild von der Welt und den Kulturen um uns herum zu machen, indem man nur auf die persönliche Wahrnehmung hört.


Articolo a cura di: Marijana Jovanovic



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